Karin Schulte, Sopran
Bärbel Melchers, Alt
Frank Fritschy, Tenor
Volker Mertens, Bass
Sylvia Junglas, Flöte
Iris Stieber, Harfe
Bernd Fugelsang, Oboe d’amore
Marie-Luise Hartmann, Violine
Cordula Flohe, Violine
Miriam Hardenberg, Violoncello
Collegium Musicum KleveVerstärkt durch BläserLeitung: Herbert Krey

 

Programm

Antonio Vivaldi Concerto grosso d-moll, op. 3 Nr. 11
1678– 1741

Allegro - Adagio Spiccato e Tutti -
- Allegro – Adagio
Largo e Spiccato
Allegro

Johann Sebastian Bach Konzert für Oboe d’amore, Streich-
1685 – 1750 orchester und Basso Continuo A-Dur,
nach BWV 1055


Allegro
Larghetto
Allegro ma non tanto

Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Flöte, Harfe und Orchester
1756 – 1791 C-Dur, KV 299 (297c)

Allegro
Andantino
Rondo Allegro

Johann Sebastian Bach Kantate zu Epiphanias
1685 – 1750 “Sie werden aus Saba alle kommen“
(BWV 65)

Coro
Choral
Recitativo
Aria
Recitativo
Aria
Choral

 


 
 

Text zur Kantate „Sie werden aus Saba alle kommen“
Chor
Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen.

Choral
Die Könige aus Saba kamen dar, Gold, Weihrauch, Myrrhen brachten sie dar, Alleluja!

Rezitativ (Bass)
Was dort Jesaias vorhergesehn, das ist zu Bethlehem geschehn.
Hier stellen sich die Weisen bei Jesu Krippe ein und wollen ihn als ihren König preisen.
Gold, Weihrauch, Myrrhen sind die köstlichen Geschenke,
womit sie dieses Jesukind zu Bethlehem im Stall beehren.
Mein Jesu, wenn ich itzt an meine Pflicht gedenke, muss ich mich auch zu deiner Krippe kehren und gleichfalls dankbar sein: Denn dieser Tag ist mir ein Tag der Freuden,
da du, o Lebensfürst, das Licht der Heiden und ihr Erlöser wirst.
Was aber bring ich wohl, du Himmelskönig? Ist dir mein Herze nicht zuwenig,
so nimm es gnädig an, weil ich nichts Edlers bringen kann.

Arie (Bass)
Gold aus Ophir ist zu schlecht, weg, nur weg mit eitlen Gaben, die ihr aus der Erde brecht!
Jesus will das Herze haben. Schenke dies, o Christenschar, Jesu zu dem neuen Jahr!

Rezitativ (Tenor)
Verschmähe nicht, du meiner Seele Licht, mein Herz, das ich in Demut zu dir bringe;
es schliesst ja solche Dinge in sich zugleich mit ein, die deines Geistes Früchte sein.
Des Glaubens Gold, der Weihrauch des Gebets, die Myrrhen der Geduld sind meine Gaben,
die sollst du, Jesu, für und für zum Eigentum und zum Geschenke haben.
Gib aber dich auch selber mir, so machst du mich zum Reichsten auf der Erden; denn,
hab ich dich, so muss des grössten Reichtums Überfluss mir dermaleinst im Himmel werden.

Arie (Tenor)
Nimm mich dir zu eigen hin, nimm mein Herze zum Geschenke. Alles, alles, was ich bin,
was ich rede, tu und denke, soll, mein Heiland, nur allein dir zum Dienst gewidmet sein.

Choral
Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände.
Nimm mich und mach es so mit mir bis an mein letztes Ende,
wie du wohl weißt, dass meinem Geist dadurch sein Nutz entstehe,
und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe.

Das Concerto grosso in d-moll von Antonio Vivaldi ist das elfte von zwölf Konzerten, die unter dem Titel „L’estro armonico“ (Die harmonische Eingebung) erstmals 1711 in Amsterdam gedruckt, Vivaldi einen Erfolg brachten, den der Venezianer mit keinem seiner späteren, bis 1729 erscheinenden Druckwerke überbieten konnte. Das Opus 3, das Vivaldi mit einem Schlag den ersten Rang unter den italienischen Konzertkomponisten einbrachte, ist als eine der einflussreichsten Veröffentlichungen von Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts überhaupt bezeichnet worden.

Das Konzert für Oboe d’amore und Streichorchester von Johann Sebastian Bach ist in dieser Form nicht überliefert. Vielmehr handelt es sich hierbei um die Rekonstruktion eines verschollenen Konzertes, das sich wiederum lediglich als Bearbeitung für Cembalo und zwar als das Cembalokonzert in A-Dur (BWV 1055) erhalten hat.
Die Oboe d’amore, ein typisches Musikinstrument des Barock, ist mit einem so genannten Liebesfuß (birnenförmiges Schallstück) ausgestattet, der einen weichen gedämpften Ton erzeugt.

Das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester (KV 299) entstand im Frühjahr 1778 in Paris, als der 22 Jahre alte Wolfgang Amadeus Mozart für einige Zeit in der französischen Hauptstadt weilte.
Ist schon durch die Wahl der Soloinstrumente dieses Doppelkonzert einzigartig, so entfaltet insbesondere der Dialog dieser beiden zart und anmutig klingenden Instrumente eine Leichtigkeit und innere Vertrautheit, die dem Konzert einen ganz besonderen Reiz verleiht.

Mit der Ernennung zum Leipziger Thomaskantor im Jahre 1723 brach für Johann Sebastian Bach die wichtigste und schaffensreichste Zeit als Kantatenkomponist an. Er hatte allsonntäglich und an den kirchlichen Festtagen eine Kantate aufzuführen. Rund 300 Kantaten, von denen eine beachtliche Zahl ( möglicherweise rund 100) verloren gegangen ist, stammen aus Bachs Feder.

Die Kantate „Sie werden aus Saba alle kommen“ gehört zu den frühen Kantaten, die Bach in Leipzig komponierte. Sie wurde an Epiphanias, am 6. Januar 1724, erstmals aufgeführt.